Leuchtende Drohne "Bat"

Die Phoenix Design Academy ist ein Innovation Lab für junge und erfahrene Designer, in dem sie ihre Visionen verwirklichen und teilen können. Der gemeinsame Anspruch ist es, gesellschaftlich relevante Themen aufzubereiten und neue Lösungen für aktuelle Probleme zu finden. Als Projektleiter durchlaufen die Studenten den ganzen kreativen Designprozess von der Ideenfindung über das iterative Prototyping bis zum realisierbaren Produkt. Begleitet werden sie von ihrem Betreuer Sven Feustel, Design Team Manager bei Phoenix Design, und weiteren Fachexperten aus dem Phoenix Team.

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  • 1 - Sven Feustel, Phoenix Design Team Manager, und Tobias Tsamisis, Student der Hochschule Darmstadt, mit Bat

    1 - Sven Feustel, Phoenix Design Team Manager, und Tobias Tsamisis, Student der Hochschule Darmstadt, mit Bat

    Tobias Tsamisis studiert Industriedesign an der Hochschule Darmstadt. Seine Diplomarbeit hat er in der Phoenix Design Academy geschrieben, betreut von Sven Feustel, Design Team Manager bei Phoenix Design. (Foto: Phoenix Design)

  • 2 - Phoenix Design Academy, Bat - erleuchtet

    2 - Phoenix Design Academy, Bat - erleuchtet

    Credits: Tobias Tsamisis, Diplomarbeit, Hochschule Darmstadt. Betreuer: Prof. Tom Philipps; Sven Feustel, Design Team Manager. (Foto: Phoenix Design)

  • 3 - Phoenix Design Academy, Bat - im Tageslicht

    3 - Phoenix Design Academy, Bat - im Tageslicht

    Credits: Tobias Tsamisis, Diplomarbeit, Hochschule Darmstadt. Betreuer: Prof. Tom Philipps; Sven Feustel, Design Team Manager. (Foto: Phoenix Design)

  • 4 - Phoenix Design Academy, Bat - fliegend

    4 - Phoenix Design Academy, Bat - fliegend

    Credits: Tobias Tsamisis, Diplomarbeit, Hochschule Darmstadt. Betreuer: Prof. Tom Philipps; Sven Feustel, Design Team Manager. (Foto: Phoenix Design)

  • 5 - Phoenix Design Academy, Bat - in der Ladeschale

    5 - Phoenix Design Academy, Bat - in der Ladeschale

    Credits: Tobias Tsamisis, Diplomarbeit, Hochschule Darmstadt. Betreuer: Prof. Tom Philipps; Sven Feustel, Design Team Manager. (Foto: Phoenix Design)

  • 7 - Modellieren von Bat an der Fräsmaschine

    7 - Modellieren von Bat an der Fräsmaschine

    Credits: Tobias Tsamisis, Diplomarbeit, Hochschule Darmstadt. Betreuer: Prof. Tom Philipps; Sven Feustel, Design Team Manager. (Foto: Phoenix Design)

  • 8 - Modellieren von Bat

    8 - Modellieren von Bat

    Credits: Tobias Tsamisis, Diplomarbeit, Hochschule Darmstadt. Betreuer: Prof. Tom Philipps; Sven Feustel, Design Team Manager. (Foto: Phoenix Design)

  • 6 - Phoenix Design Academy, Bat - App

    6 - Phoenix Design Academy, Bat - App

    Credits: Tobias Tsamisis, Diplomarbeit, Hochschule Darmstadt. Betreuer: Prof. Tom Philipps; Sven Feustel, Design Team Manager. (Foto: Phoenix Design)

  • 9 - Sven Feustel, Design Team Manager bei Phoenix Design, betreut die Academy

    9 - Sven Feustel, Design Team Manager bei Phoenix Design, betreut die Academy

    Sven Feustel studierte Industrial Design an der Fachhochschule Design & Medien Hannover; parallel arbeitete er 3 Jahre bei BOSCH Telekom im Mobile Phone Bereich. Im Anschluss ein halbes Jahr Mailand bei Isao Hosoe Design. 2001 Start bei Phoenix Design Stuttgart und seit mehreren Jahren Design Team Manager „Product“. Sein Schwerpunkt liegt in der Konzeption und der Kreation von markentypischen und nutzerzentrierten Produktstrategien.

Tobias Tsamisis hat in der Phoenix Design Academy „Bat“ entwickelt. Es ist das Konzept eines fliegenden Lichts, welches dich – egal wo du gerade bist – begleitet oder dir den Weg weist. Es begleitet dich beim Joggen, verfolgt dich auf der Skipiste oder bringt dich sicher nach Hause. Bat ist klein und kompakt wenn es transportiert wird. Faltet es sich auf, ist es agil und lässt dort eine Lichtatmosphäre entstehen, wo es sonst dunkel wäre. Bat ist intelligent, trackt seine Umgebung und kann auf den Menschen und seine Gesten reagieren.

Gesellschaftliche Megatrends, die globale „Verschmutzung“ durch Licht sowie neue technologische Möglichkeiten im LED-Bereich und Drohneneinsatz sind der Nährboden der Idee. Das Licht als magischem Faktor und emotionale Antriebsfeder machen als sinnliche Komponenten das Thema besonders reizvoll.

Sven Feustel betreut die Phoenix Design Academy. Das Besondere an dem Projekt ist eine Lichtskulptur, welche in seinen unterschiedlichen Zuständen hohen ästhetischen Erwartungen gerecht wird. Die Emotionalität, die bei Licht entfacht wird, kombiniert mit dem mobilen Aspekt generiert eine magische Stimmung und schafft eine Verbundenheit zu der Drohne. Für ihn stellte sich am Anfang die Frage, ob Technologie und konzeptionelle Relevanz zusammengebracht werden können. Dafür hat er Tobias insbesondere in der Recherche- und Analysephase unterstützt, um die erweiterte Sichtweise für den richtigen Bedarfskontext abzusichern. Und auch, um die Erkenntnisse in eine stark signifikante Konzeption zu übersetzen.

In der Realisierungsphase wurde „Bat“ von unseren erfahrenen Modellbauern um Senior Design Modeller Uwe Evertz durch verschiedene Techniken modelliert. Der besondere Anspruch war, dass der Schirm an Glasfaserstäbe erinnern, das Licht also diffus verteilen sollte. Die Entscheidung für das Material fiel dementsprechend auf Plexiglas. Die Vorteile: Präzision, Stabilität und Farberhaltung. Aus einem einzigen 25 kg schweren Plexiglas-Block wurde in höchster Präzisionsarbeit jedes kleinste Loch ausgefräst, damit der Drohnenschirm möglichst leicht wird – am Ende wiegt er nur noch 250g, also 1 Prozent des Einsatzmaterials. Für die ungewöhnliche Form musste auch eine neue Klebetechnik gefunden werden. Nachdem die Oberseite ausgefräst war, wurde die Form mit Transferfolie und einem Harz wieder aufgefüllt, um die Bearbeitung der Rückseite zu stabilisieren. Das Negativ konnte unter Wärme dann wieder von dem dünnen Schirm gelöst werden. Die frästechnische Herausforderung zeigt sich nicht zuletzt in der Dateigröße von über 1 GB. Nach drei Tagen fräsen war der Schirm schließlich fertig - die Rotorenkörbe entstanden anschließend im 3D-Druck.

Im Interview beantwortet Tobias Tsamisis die wichtigsten Fragen zum Drohnen-Konzept „Bat“.

Warum brauchen wir mobiles Licht?
In der Dunkelheit ist Licht die Grundvoraussetzung für unsere Mobilität. Dennoch ist unser Licht in den meisten Fällen stationär und weniger flexibel. Zudem belastet zu viel stationäres Licht unsere Umwelt und auch die Frage nach der Effizienz scheint berechtigt. Ein mobiles Licht, welches uns begleitet und nur dort eingesetzt wird wo es wirklich gebraucht wird, könnte stationäres Licht zum Teil ablösen. Auf der anderen Seite, warum wir mobiles Licht brauchen, steht natürlich der Reiz und die Faszination von mobilem Licht. Die Freiheit zu haben, individuell unterwegs zu sein, sich sicher und geborgen zu fühlen und einfach „off the road“ eine Lichtatmosphäre zu kreieren.

Was war die Herausforderung an dem Projekt?
Damit wir wirklich frei und ungebunden unterwegs sein können, war es besonders wichtig, Licht mit einem hohen Grad an Mobilität in Verbindung zu bringen. Eine neue Art von Mobilität, das Fliegen in unseren Alltag zu integrieren, bieten Drohnen. Besonders schwierig war es allerdings eine Transformation zu finden, welche alle wichtigen Faktoren wie z.B. Lichtqualität und Leistungsfähigkeit aber auch Kompaktheit und Leichtigkeit in der Waage hält. Nur so konnte ein glaubwürdiges Konzept entstehen.

Was ist das Besondere am Design?
Die Formsprache und die verschiedenen Komponenten im Einzelnen, sollen zugleich das Emotionale und das Faszinierende von Licht kommunizieren und auf der anderen Seite soll die Dynamik und Intelligenz des Produktes zum Vorschein kommen. Das Produkt und somit auch der Fokus des Designs, verändert sich in den jeweiligen Zuständen. Fliegt es, steht das Licht im Vordergrund, ist es zusammengefaltet liegt der Fokus auf der Transformation.

Wie siehst du die Zukunft mit mobilem Licht?
Betrachtet man die Evolution des Lichts, wird schnell auffällig, dass diese eng mit der des Menschen verbunden ist. Viele große Meilensteine in der Entwicklung der Menschheit wurden durch die Entwicklung des Lichts vorangetrieben oder ermöglicht. Lichtquellen à la (O)LED werden immer kleiner, kompakter und effizienter und somit scheint es, als wären die größten Hürden von mobilem Licht überwunden. Mobiles fliegendes Licht hätte natürlich nicht nur in der Freizeit und unserem Alltag seine Berechtigung, sondern auch in Extremfällen, wie beispielsweise bei Arbeiten in der Dunkelheit oder bei Notfällen und Katastrophen.

Was fasziniert dich an dem Thema?
In dem Thema vereinen sich für mich drei super interessante Themen. Zum einen die Emotionalität und Faszination des Lichts, zum anderen der rasant wachsende Drohnen Markt und zuletzt die künstliche Intelligenz von Computern. Darüber hinaus war es spannend, die Interaktion zwischen Mensch und Licht zu untersuchen, zu beobachten und mit in das Konzept einfließen zu lassen.

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